Heiner Lauterbach über „Like a Hobo“

Herr Lauterbach, wie kamen Sie auf die Idee einer musikalischen Lesereise?

Die Idee entstand zusammen mit meinem Freund Michael Gebhart auf einem unserer letzten Italien Urlaube. Wir lieben beide die Musik, Filme, Fußball und die Literatur. Aus zwei dieser Leidenschaften haben wir dann ein gemeinsames Projekt gestrickt. Michael ist Bassist in der Band Cologne Blues Club und ich bin als Schauspieler nah an der Literatur. Beseelt von dem Gedanken, etwas Gemeinsames auf die Beine zu stellen, kamen wir dann auf die nicht wirklich abwegige Idee dieser literarisch – musikalischen Reise. Davon abgesehen fanden wir es in Zeiten, in denen nicht nur unbedingt positive Nachrichten aus Amerika zu hören sind eine schöne Sache, uns an die wertvollen und inspirierenden künstlerischen Einflüsse der Amerikaner zu
erinnern.

Haben Sie Erfahrung mit Lesereisen?

Ich habe mal vor ein paar Jahren einen italienischen Abend vorgetragen. Mit ausgewählten italienischen Kurzgeschichten und auch mit einem kleinen musikalischen Anteil. Ich hatte damals einen Tenor, einen Gitarristen und einen Banjo Spieler dabei. Aber diese klassischen Lesungen, in denen man im schwarzen Anzug vor einem schwarzen Vorhang sitzt und artifizielle Texte zum Besten gibt, habe ich bis dato vermieden.

Klingt, als hätten sie etwas gegen diese Art von Lesungen.

Nein, überhaupt nicht. Ich würde sie nur nicht gerne selber gestalten wollen. Nebenbei gesagtwürde ich sie auch nicht als Konsument besuchen. Aber alles ist erlaubt, was Zuschauer bindet. Die Frage ist nur, ob man selber direkt daran beteiligt sein möchte.
Ich verstehe meinen Beruf als Unterhaltender. Egal, ob ich Theater spiele, einen Film drehe oder eben so eine literarische Reise unternehme. Ich möchte mein Publikum unterhalten. Und das vorzugsweise mit den klassischen Mitteln. Ich möchte die Menschen zum Lachen bringen, zum Staunen und zum Weinen. Ich möchte es immer wieder überraschen und emotional binden. Das stell ich mir bei dem, was wir vorhaben, leichter vor, als einfach nur vor einem schwarzen Vorhang zu sitzen.